I am not convinced ….

 

Das Tragen der Burka, der Niqab und der Burkini seien zu verbieten heißt es. Das seien Symbole einer inhumanen, antidemokratischen, zu Hass und Gewalt aufrufenden und dem Terror verherrlichenden Religion. Das könne man in einer Gesellschaft, die der Demokratie, der Freiheit und der Gleichberechtigung verpflichtet ist, nicht akzeptieren.

Nein, das richte sich nicht gegen den Islam als solche, es richte sich lediglich gegen die inhumane terroristische Ausprägung des Islam, wovon diese Kleidungsstücke unübersehbar Symbole seien. Immerhin werden andere antidemokratische Symbole, wie Hitlergruß, Hakenkreuz oder NS-Fahne hierzulande auch verboten. Wie könne man dann die Symbole des terroristischen Islamismus tolerieren.

Das sei doch ziemlich überzeugend, könnte man meinen.

Bloß, diese Argumentation kann mich nicht wirklich überzeugen. Bei näherem Hinsehen stellt sich hier nämlich die Frage, ob die Aussage, jene inkriminierten Kleidungsstücke seien Symbole des radikalen Islamismus, überhaupt zutrifft. M. a. W. wer bestimmt was Symbole des radikalen Islamismus sind und was nicht?

Ziehen wir doch mal den Vergleich zu den oben erwähnten nationalsozialistischen Symbolen. Hitlergruß, Hakenkreuz und NS-Fahne wurden von den Nationalsozialisten dereinst selbst zu deren Symbolen erkoren und werden bis heute auch von all jenen als deren Symbole betrachtet und hochgehalten, die dieser Ideologie nahe stehen. Also ist es schlüssig, sie in unserem Land in der Öffentlichkeit als antidemokratische Symbole zu verbieten.

Allerdings werden Springerstiefel mit weißen Schuhbändern und Glatzköpfe, die unzweifelhaft ebenso eindeutige Erkennungszeichen von Personen mit jener Gesinnung sind, keineswegs verboten. Es wurde auf der politischen Ebene auch noch niemals die Forderung erhoben, solches zu tun. Obwohl man in aller Regel durchaus davon ausgehen kann, dass ihre Träger zumindest mit einer neonazistischen Gesinnung sympathisieren.

 

Springerstiefel

 

Warum ist das so? Es ist so, weil der Nationalsozialismus die Springerstiefel mit weißen Schuhbänder und Glatzköpfe mitnichten als deren Symbole definiert hat und die Zuordnung zu dieser Gesinnung deshalb nicht zweifelsfrei erfolgen kann. Und weil es ein fundamentaler Unterschied ist, ob jemand möglicherweise einer nationalsozialistische Gesinnung anhängt, oder ob er aktiv mit deren offiziellen Symbolen für diese Organisation wirbt.

Analog könnte man zurecht fordern, dass das Tragen oder Anbringen der Fahne der Taliban oder des sgn. Islamischen Staates in der Öffentlichkeit zu verbieten sei, weil diese Symbole von den Taliban und der IS selbst zu deren offiziellen Symbolen gewählt und regelmäßig gezeigt werden.

Allerdings ließe sich die Behauptung, die Taliban oder der IS oder eine andere islamistische Organisation hätten den Niqab, den Burka oder den Burkini als deren eigene Symbole anerkannt, nicht einmal mit viel Fantasie aufrechterhalten, denn dafür gibt es nicht den geringsten Hinweis. Es lässt sich in Gegenteil leicht nachweisen, dass das Tragen dieser Kleidungsstücke an sich mit dem Islamismus nicht das Geringste zu schaffen hat.

Beim Burkini lässt sich sogar sehr genau nachweisen, dass dieses Kleidungsstück eher in Opposition zu einer strengen Islam-Tradition entwickelt wurde und das Tragen davon unter den Taliban und der IS bei Strafe strengstens verboten ist.

Burka, Niqab und andere Formen der Vollverschleierung gab es lange Zeit bevor es auch nur annähernd so etwas wie Taliban, IS oder andere Formen des terroristischen Islamismus gab. Viele davon wurden und werden auch in Regionen der Welt von Menschen getragen, die nicht das Geringste mit dem Islam oder gar dem Islamismus zu tun haben. Man denke nur an den vielen Hindu-Frauen, die in hinduistisch geprägten Regionen in der Öffentlichkeit regelmäßig das Gesicht verhüllen, sobald sich ein Fremder in ihrer Nähe befindet. Oder an den Tuareg und andere Wüstenvölker, bei denen seit Jahrtausenden Männer wie Frauen das Gesicht bis auf die Augen verhüllen, sobald sie ihre Wohnstatt verlassen.

Wahr ist zwar, dass die Taliban und der IS in den von ihnen beherrschten Regionen allen Frauen bei Strafe verpflichten, eine Vollverschleierung zu tragen. Aber eben so wahr ist, dass in diesen Regionen auch schon vor dem Erscheinen der gewaltsamen Islamisten sehr viele Frauen die Vollverschleierung trugen, weil das eher von einer alten Tradition als wohl von ihrer Religion verlangt wurde.

Die Vollverschleierung ist in Wirklichkeit nur insofern mit den Taliban und dem IS verbunden, als dass diese sie benutzt haben, um die Frauen in ihrem Machtbereich zu disziplinieren. Aber nicht alles, was von einer Terrororganisation zu ihren Zwecken benutzt und missbraucht wurde, kann als Symbol derselben gelten.

Inwiefern sind denn Vollverschleierung und Burkini Symbole des radikalen Islamismus? Nun, sie sind es nicht weil der Islamismus diese Kleidungsstücke als ihre Symbole definiert hätte. Sie sind es lediglich insofern wir in unserer westlichen Welt solche Textilien zu Symbolen des Islamismus erklären.

Allerdings ist die Zuordnung solcher „Symbole“ aus unserem eigenen Kulturkreis heraus ebenso willkürlich wie unzutreffend.

Unzutreffend, weil die Trägerinnen dies energisch von sich weisen und ihre Bekleidung selbst eher als Zeichen der religiösen Demut und des Selbstschutzes betrachten. Die allermeisten von ihnen sind weder dem Islamismus angehörig noch zugeneigt.

Genau so willkürlich könnten in unserem Kulturkreis beliebige andere Kleidungsstücke oder Utensilien zu Symbolen des Islamismus erklärt werden bzw. werden teilweise auch schon heute als solche definiert. Wie etwa das Kopftuch. Aber mit dem gleichen Recht könnten wir auch jedes bodenlanges, schwarzes Kleid, Sandalen oder den schwarzen Vollbart dazu erklären.

Woher also nehmen all diese selbsternannte (aber in ihrer politischen Haltung doch eher weniger konsequente) Verteidiger unserer freiheitlichen Ordnung das Recht, irgendwelche Kleidungsstücke willkürlich zu „Symbolen des Islamismus“ zu erklären? Etwa mit dem gleichen Recht, mit dem einst die Inquisition bestimmte Gegenstände, Kleidungsstücke, Fähigkeiten, oder gar rote Haare zu unzweifelhafte Anzeichen der Hexerei und der Häresie erklärt hat? Oder mit dem gleichen Recht, mit dem vor nicht allzu langer Zeit ebenso willkürlich bestimmte Körpermerkmale oder eine bestimmte genetische Abstammung zu unzweifelhafte Symbolen von Volksfeinde gekürt wurden?

Sicher kann man sagen, dass Vollverschleierung und Burkini nicht gerade typische Elemente unserer heimischen Traditionen und Kultur sind. Aber das waren Jazz- und Rock-Musik, Minirock, lange Haartracht bei Männern, große Tattoos oder gar Bikini und Monokini bis vor ganz wenigen Jahren gewiss auch nicht. Auch die traditionelle Bekleidung und Haartracht ultraorthodoxer Juden und manch eine andere fremde traditionelle Tracht wirken auf den Meisten unserer Mitbürgern oft befremdlich. Aber wir haben gelernt, damit zu leben. So wie die Menschen in anderen Kulturen gelernt haben die vermehrte Anwesenheit westlicher Kleidung und Verhaltensweisen in ihrem Kulturkreis zu tolerieren, ohne sie als Symbole einer unerwünschten gesellschaftlichen Haltung verbieten zu müssen.

Der gleiche Mangel an Toleranz und Weltoffenheit, der einst dazu führte, dass ich und viele anderen meiner Generation unseren schulterlangen Haaren, Parkas und Jeans wegen tagtäglich als „dreckiges arbeitsscheues Gesindel“ beschimpft wurden, wenngleich es uns weder an Hygiene noch an einer regelmäßigen Arbeit fehlte, führt heute dazu, dass Menschen mit einer hier nicht üblichen Bekleidung als potenzielle Terroristen und gefährliche Feinde der Demokratie betrachtet und verleumdet werden.

Aber eine derartig aggressive Intoleranz ist in aller Regel nichts anderes als das Symptom von einem akuten Mangel an eigenem Selbstbewusstsein und einer lediglich oberflächlichen Verankerung in der eigenen Kultur und Tradition ohne echte tiefere Integration derselben. In der Politik dient sie niemals zu etwas anderem, als dazu, mit billiger emotionaler Polemik und irrationaler Manipulation undemokratische und inhumane Ziele zu verdecken.

Von der Gefahr, die von hierzulande nicht üblichen Kleidungsstücke ausginge, bin ich alles andere als überzeugt. Von der Gefahr, die von hasserfüllter Intoleranz und emotionaler politischer Demagogie ausgeht um so mehr.

 


Nennen wir das Ganze doch „EPC“

Nein, „European Song Contest“ braucht man diese Veranstaltung echt nicht mehr zu nennen. Denn das, worauf das Ganze hinausläuft, hat nur noch am Rande etwas mit den Songs zu tun, die dort vorgetragen werden. Nennen wir das Ganze doch ehrlichkeitshalber lieber „European Polit Contest“.

Ja klar, ein Bisschen geht es auch noch um Musik. Sonst hätte der hervorragende schwedische Song „If I were Sorry“ von Frans, der einen Sieg mehr als verdient hätte, wohl kaum einen Punkt erhalten.

Frans-If-I-Were-Sorry

If I were Sorry Frans ESC Sweden

Aber wieso bekommt Jamie-Lee mit „Ghost“ von den nationalen Jurys keinen einzigen und von den Zuschauern gerade mal elf Punkten? Weder Songtext und Musik noch Vortrag war qualitativ in den unteren Rängen der Bewerber angesiedelt. Dieses beschämende Resultat war nichts anderes als eine glatte Ohrfeige: Ein Abstrafung für ein Land, dessen Regierung sich in den abgelaufenen Jahren vor allem in vielen osteuropäischen Ländern extrem unbeliebt gemacht hat. Was aber hat das mit diesem Lied zu schaffen?

Und war der ukrainischer Song etwa so herausragend gut, dass er einen rauschenden Sieg verdient hat? Seien wir ehrlich: Der Text war ein (historisch verbrämtes) rein politisches Statement (im ESC eigentlich untersagt) gegen der jüngsten russischen Krim-Politik, die Musik unbedeutend und der Vortrag grenzte an Hysterie. Mit eine Wertung im Mittelfeld wäre der Beitrag gut bedient gewesen.

Auch die Bewertung vom russischen Beitrag verdiente bei weitem nicht die ihm verliehene Punktzahl. Der Text war Pathetik pur, die Musik nichtssagend und der Vortrag strotzte nur so vor digitaler Effekthascherei. Musikalisch gesehen gehörte er im hinteren Mittelfeld. Es gab weiß Gott Besseres.

Aber um das das ging es ja nicht. Es geht im ESC offenbar nur noch darum, welches Land man einmal tüchtig einen auswischen kann und welchen Ländern man im gegenseitigen Widerstreit der europäischen Wichtigtuer-Gemeinde politisch den Daumen hochhalten mag.

Wozu aber muss man für eine derartige Polit-Veranstaltung einen derartigen Aufwand betreiben? Das erwünschte Ergebnis könnte man doch auch gut und gerne mit einer schlichten europaweiten Umfrage abrufen. Falls überhaupt nötig, denn eigentlich war das Ergebnis sowieso vorhersagbar.

Der ESC war zwar nie eine musikalische Topp-Veranstaltung. Eher eine des gehobenen Mittelmaßes im Popp-Geschäft. Aber sie zu einer derart schäbigen Politshow verkommen zu lassen, das hat sie wirklich nicht verdient.


Wozu … ?

Wozu sollte ich bei der nächsten Bundestagswahl denn CSU wählen, wenn ich auch das Original haben kann: die AfD. 


Endlich wissen wir ’s

Mehrere Medien berichten diese Tage über ein bemerkenswertes Forschungsergebnis: Man könne die Route, die Hannibal bei der Überquerung der Alpen nahm, nunmehr zurückverfolgen. Nämlich mittels der einst hinterlassene …. Pferdescheiße.

Na, wenn dás keine Nachricht ist!


Und das soll normal sein?

Die Lausitzer Rundschau titelt heute: „Auch normale Bürger schlagen zu …“

Kati Becker von den Berlin Registern berichtet, auch bislang politisch wenig auffällige Bürger aus allen sozialen und Altersschichten zeigen sich für Aussagen der organisierten rechten Szene empfänglich. Rassistisch motivierte Menschen fühlen sich inzwischen mitunter offenbar so stark, dass sie andere öffentlich angreifen und meinen, damit einen Mehrheitswillen umzusetzen.

Sabine Seyb von der Organisation ReachOut lässt wissen, dass unter den insgesamt 412 Angegriffenen in Berlin auch 42 Kinder unter 14 Jahren gewesen seien. Dokumentiert worden sei unter anderem, wie eine Mutter mit einem Kleinkind auf dem Arm rassistisch beleidigt und umhergestoßen wurde oder fünf Kinder vor einer Flüchtlingsunterkunft von einer Gruppe rund 30 Erwachsener beleidigt und mit einem Messer bedroht wurden. 

Während Politiker und Medien weiterhin von „besorgten Bürgern“ salbadern.

All das soll „normal“ sein? Ist es wirklich schon so weit? Hat die immer gerne wiederholte Behauptung, „solches“ könne sich in diesem Land nicht wiederholen, tatsächlich ausgedient?

Leutäää, es wiederholt sich gerade für jedermann sichtbar ganz brutal ey!

Wann werden Politiker, Journalisten und sonst immer bestens Bescheid Wissenden endlich wach? Wann werden endlich alle Flüchtlingsunterkünfte so bewacht, wie man es bei vergleichbaren Anschläge auf jüdischen Einrichtungen tut? Wann sehen wir endlich mal wirklich mächtige Demonstrationen empörter Bürger durch die Städte ziehen? Wann bilden sich endlich Bürgergruppen zum Schutz und Abwehr von Terror gegen Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer? Wann kommt endlich der bundesweit nicht mehr zu überhörende Aufschrei „SO NICHT„?

Oder ist tatsächlich die einst weltweit hoch angesehene, westeuropäische humanistische Kultur des Mitgefühls und der Solidarität mit Schwachen, Verfolgten und Leidenden erfolgreich durch die Kultur des hemmungslosen Egoismus, der gnadenlose Herzlosigkeit und des willkürlichen Hasses ersetzt worden?

Angela Merkel sagte vor einigen Monaten in diesem Zusammenhang: „Dann ist das nicht mein Land“.

Ich füge hinzu: Dann ist das nicht mehr meine Gesellschaft.

Dann bin ich hier der Fremde.


Wer reibt sich die Hände?

Wem nutzt es, dass Deutschland in der Flüchtlingsfrage so sehr gespalten ist, dass ein sachlicher Diskurs zwischen den verschiedenen Positionen hier kaum noch möglich ist und die Regierungsparteien derart zerstritten, dass sie kaum noch regierungsfähig sind? Nutzt es der Bevölkerung der BRD, der Wirtschaft, den internationalen Einfluss unseres Landes? Löst es irgend eines unserer vielen großen nationalen oder internationalen Probleme? Nein, nein und noch einmal nein.

Wem nutzt es, dass die Länder der europäischen Union in der Flüchtlingsfrage so sehr zerstritten sind und viele EU-Länder eigene Wege gehen indem sie sich der Aufnahme von Flüchtlinge völlig verweigern und ihren Grenzen schließen? Nutzt es diesen Ländern politisch, demografisch, kulturell oder wirtschaftlich? Nein, nein und noch einmal nein.

Wem nutzt es, dass die Europäische Union Länder wie Syrien, Jordanien, Libanon, Afghanistan, Türkei, Griechenland und Italien mit den vielen Millionen Flüchtlinge, die dort unter elenden und unwürdigen Bedingungen vegetieren, allein lässt und tausende Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen oder auf anderen Fluchtwegen umkommen lässt? Nützt es der EU politisch oder wirtschaftlich? Nein, nein und wiederum nein.

An allererster Stelle nützt es Syriens Präsident Baschar al-Assad und der IS bei ihrer Kriegsführung. Logo. An zweiter Stelle nützt es freilich den Großmächten USA, China und Russland, wegen des Verlustes an internationalen Einfluss und Ansehen der Europäischen Union.

Vor allem, und das bedeutet wirklich eine konkrete Bedrohung, nützt es Putin bei seinem äußerst aggressiven Bestreben nach Ausweitung seiner politischen und militärischen Macht auf dem europäischen Festland und im Nahost.

Putin kann sich wirklich die Hände reiben, wenn die EU-Länder sich weiterhin entzweien und die Bevölkerung unseres Landes sich unversöhnlich zerfleischt, während die Welt sich die Augen reibt ob ein derartiger Verlust an politischer Verlässlichkeit und moralischer Integrität der EU, sowie der zunehmenden Demontage der einst so einflussreichen Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

Kann man Putin einen größeren Gefallen tun, als seine stärkste politische Widersacherin, Angela Merkel zu demontieren und immer wieder öffentlich bloßzustellen, den moralischen Niedergang des auf seinen humanistischen Werten so stolzen Westen voranzutreiben, die tiefe Spaltung der EU zu forcieren, das Schengen-Abkommen völlig auszuhebeln und die Bevölkerung des bis dato mächtigsten Land Europas in einen geradezu hysterischen Bruderzwist zu treiben? Wohl kaum.

Glaubt irgend jemand in diesem Land oder in Europa, dass Putin es sich aus lauter Güte und Nachsicht entgehen lassen wird, die Gunst der Stunde zu nutzen um auf allen seinen Interessengebieten schnellstmöglich Fortschritte zu erzwingen? Sicher niemand, der bei Trost ist und halbwegs eine Ahnung davon hat, was Putin in den letzten zehn Jahren so alles angestellt hat bzw. hat anstellen lassen.

Es wird Zeit, dass sich was dreht. Sonst könnte es schneller passieren als der ahnungslose Europäer es sich vorzustellen vermag, dass nicht nur der nahen und mittleren Osten, sondern auch ganz Europa in Flammen steht.

Albträume muss man nicht um jeden Preis eine Chance bieten, sich zu verwirklichen.


Das lässt sich wohl nicht mehr vermeiden.

In der BRD ist mit 1 Million in diesem Jahr aufgenommenen Flüchtlinge das Boot schon mehr als voll, heißt es.

Mehr können wir mit dem besten Willen nicht verkraften, heißt es.

Die Türkei hat bereits jetzt 3 Millionen syrische und afghanische Flüchtlinge aufgenommen.

Nun fordert die BRD, die Türkei solle zum einen die Grenzen zu Syrien öffnen um die dort an der Grenze ankommenden hunderttausenden neue Flüchtlinge auch noch reinzulassen.

Und zum anderen soll die Türkei gleichzeitig auch seine Grenzen zum Meer und Richtung EU hermetisch sichern, damit bloß keiner mehr in die EU einreisen kann.

 Dafür bekommt die Türkei von der EU (vielleicht) drei Milliarden Euro.

 Während allein schon die BRD weit mehr als 20 Milliarden dadurch einspart, dass nicht noch weitere größere Zahlen an Flüchtlinge einreisen.

Ist doch alles völlig logisch, oder?

Oder doch nicht? (kopfkratz)

Ach so ja, und dass die Türkei ein totalitärer Staat ist, in dem man das Maul nicht aufmachen darf, wenn man etwas kritisches über die Regierung denkt und die Kurden nach Gusto umgebracht werden, juckt bei alledem sowieso niemanden.

Genau so wenig wie die vielen hunderten Flüchtlinge die jeden Monat im Mittelmeer ersaufen.

Hauptsache, bei uns werden die sgn. „Werte des christlichen Abendlandes“ geschützt. Welche auch immer das sind.

Wahrscheinlich denken unsere Politiker, dass ein in der BRD eingereister Flüchtling mit einem in die Türkei eingereister Flüchtling einfach nicht zu vergleichen ist.

Denken die überhaupt irgend etwas, außer am möglichen Verlust ihres parlamentarischen Furzsessels bei den bevorstehenden Landtagswahlen?

Aber irgendwie kriege ich das Ganze trotzdem nicht auf die Reihe.

Wenn ich einen Menschen, der vor meiner Tür verhungert, erfriert oder verletzt wird, oder vor meiner Nase im Baggersee am ersaufen ist, nicht auf der Stelle helfe und die erforderlichen Maßnahmen ergreife, damit die akuten Gefahren von diesem Menschen wirksam abgewendet werde, komme ich garantiert für einige Jahre wegen unterlassener Hilfeleistung in den Knast.

Was ist eigentlich wenn Parlamente und Regierungen an ihren Staatsgrenzen Millionen von Menschen die hochdringlich benötigte Hilfe verweigern und sie vor ihren Augen verhungern, verdursten, erfrieren oder ersaufen lassen, während die eigene Bevölkerung am eigenen Konsumrausch erstickt und NGO-Helfer wegen sgn. „Schlepperdienste“ vor Gericht gestellt werden, weil sie Ertrinkenden aus dem Meer gefischt haben?

„Dekadenz“ trifft es eigentlich schon nicht mehr, weil zu harmlos.

Aber jedes Jahr mit betroffenen Mienen die Verbrechen des Holocaust betrauern, ja?

Ich bete inbrünstig darum, dass in nicht all zu vielen Jahren in der Zukunft ein internationaler Strafgerichtshof sich all diesen Staatsmännern und Staatsfrauen annehmen wird ….

Dass unsere Enkel und Urenkel sich zutiefst schämen werden, für das, was unsere Generation tagtäglich an Verbrechen gegen Menschlichkeit und Natur begeht, lässt sich wohl nicht mehr vermeiden.